Tag 1 – Der Radmarathon

Heute war der Tag der Tage. Der Bodensee-Radmarathon begann um 7 Uhr, nur wenige 100m von unserer Ferienwohnung entfernt. Trotzdem klingelte der Wecker schon um kurz vor 6. Nach einem hektischen Frühstück rollten wir die paar Meter zum “Posten Meersburg”, an dem wir auf die 150km starten wollten.

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Bereit zur Abfahrt

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Es kann los gehen.

Am Startplatz trafen wir uns mit den restlichen Teilnehmern unserer “Mannschaft” und bekamen die Startnummern und Kontrollzettel ausgehändigt. Wenige Sekunden nach 7 rollten wir pünktlich los. Nach einige  Kilometern stellten wir fest, dass es besser lief als gedacht. Wir gingen davon aus, dass wir knapp unter 20km/h fahren wollen, um uns die Kräfte einzuteilen. Da es aber besser lief als gedacht rollten wir mit gut 24 km/h dahin und die Landschaft zog an uns vorbei. Nach einer Stunde hatten wir dann auch schon den ersten Kontrollpunkt in Ailingen erreicht. Neben neuen Getränken gab es auch ein paar Müsliriegel und Trockenobst als Energiespender.

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Nach einer Pause von nur wenigen Minuten fuhren wir weiter. Allmählich wurde das Gelände etwas unebenen und wir kämpften uns gut 200 Meter über das Niveau vom Bodensee bis zum nächsten Kontrollpunkt in Sigmarszell. Hier hatten wir den Scheitelpunkt der Strecke erreicht und ab jetzt ging es theoretisch nur noch bergab. Nach, praktisch kam noch der ein oder andere Anstieg. Hinter dem Posten ging es erstmal aus Deutschland hinaus, hinein nach Österreich. Die Strecke folgte hier wenig befahren Nebenstraßen, bis Bregenz. In Bregenz verlief die Strecke über Hauptstraßen, teilweise wurde es da für uns Radler schon richtig eng. So waren wir auch froh, als wir über den alten Rhein kamen und nun  Schweizer Boden unter den Füßen hatten. Kurz hinter der Grenze kam auch schon der Kontrollpunkt Altenrhein. Hier machten wir eine etwas längere Pause und aßen zu mittag. Bisher lagen wir deutlich besser in der Zeit als wir es uns Tags zuvor noch hatten träumen lassen.

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93km - 4h - Zwischenstand in Altenrhein

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Posten Altenrhein

Nach der Mittagspause ging es nun am Schweizer Seeufer relativ gerade und vergleichsweise eben Konstanz und Tägerwilen entgegen. Der letzte Posten für uns sollte Tägerwilen sein. Hier füllten wir noch einmal die Trinkflaschen auf und dann ging es nach Konstanz zur Fähre nach Meersburg. Am Fähranleger mussten wir nicht lange warten, denn die Fähre aus Meersburg war gerne angekommen und so konnten wir bereits nach wenigen Minuten an Bord gehen.

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Blick von der Fähre auf den Bodensee

Nach der kurzen Fahrt mit der Fähre ging es in Meersburg “nur” noch 1km zurück zum Startpunkt. Dieser Kilometer hatte es aber faustdick hinter den Ohren, denn es ging einen extrem steilen Weg in die Weinberge hinauf. Nach dem auch der letzte Kraftakt überstanden war, kamen wir nach 147km und 6h40 (reine Fahrzeit ohne Pausen) wieder am Posten in Meersburg an. Insgesamt waren wir 7 Stunden und 45 Minuten unterwegs. Im Ziel waren wir, wie vermutlich die meisten, recht erschöpft aber überglücklich.

Nach dem wir alle aus unserem Team wieder getroffen hatten und ein oder zwei alkoholfreie Hefeweizen getrunken hatten, löste sich die Runde allmählich auf und waren froh unter die Dusche zu kommen. Nach einer kurzen Regenerationspause in der Ferienwohnung machten wir uns auf den Weg in die Altstadt von Meersburg, zum einen um etwas zu Essen zum anderen um uns die Stadt ein wenig anzuschauen. Aber lang wurde der Abend nicht,
wir waren einfach zu kaputt.

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Felchen Meersburger Art...

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... mit Seeblick. Was will man mehr?

Tag 0 – Mit dem Auto zum See

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Fahrrad: gepackt!

Eigentlich begann die Reise schon heute Morgen. Nach leckerem Kuchen zum Frühstück fuhr ich mit dem bepackten Rad zur Arbeit. Mit dem Gepäck am Rad habe ich für die gut 14km schon ein paar Minuten länger benötigt als sonst. Aber das tat der Freude auf die kommenden Tage keinen Abbruch, eher im Gegenteil.

Nach einem frühen Feierabend, gegen 14:00 Uhr, fuhr ich dann mit dem Rad zu meinem Kollegen in die Frankfurter Innenstadt, wo wir uns an seiner Wohnung verabredet hatten. Schnell verluden wir die Räder und machten noch einen kurzen Einkaufstop in einem nahen Supermarkt. Nach dem wir nun alles für die Fahrt dabei hatten ging es auf die Autobahn in Richtung Süden.

Leider waren wirklich die einzigen die nach Süden wollten und so staute es sich einige Male und wir brauchen deutlich länger als geplant. So kamen wir erst um 20:Uhr in Meersburg an. Unsere Ferienwohnung hatten wir schnell gefunden und unser spärlichen Gepäck verstaut. Die Fahrräder mussten wir leider für die Nacht vor der Tür anschließen. Es gab einfach keinen Fahrradkeller oder etwas vergleichbares.
Zum Abendessen suchten wir uns in der Stadt ein Restaurant. Eigentlich wollten wir etwas bodenständiges, mit regionaler Küche, schlussendlich sind wir beim Griechen gelandet. Was auch nicht ganz verkehrt war.

Der Abend endete früh für uns, da wie am nächsten Tag ja schon um 7 Uhr zum Radfahren fit sein mussten. So ging es dann auch leider nicht mehr auf das gerade stattfindende Meersburger Weinfest, sondern direkt in die Ferienwohnung zum schlafen.

Tag -1 – Reisevorbereitungen

Der eine Urlaub ist kaum vorbei, da steht auch schon wieder der nächste Urlaub vor der Tür. Diesmal soll es allerdings keine Trekkingtour werden, sondern eine Radreise. Der Anlass ist der Bodensee Radmarathon, an dem ich zusammen mit einem Kollegen teilnehmen werde. Wir werden am Samstag in Meersburg starten und die 150 Kilometer lange Silber-Strecke um den Obersee fahren, so unsere Kräfte nicht zwischenzeitlich versagen.

Ab Sonntag werde ich dann alleine mit dem Rad in Richtung Heimat starten und gemütlich durch Schwaben, Bayern und Franken nach Hause strampeln. Meine erste Etappe wir mich allerdings nicht sonderlich weit bringen, sondern nur bis in das nahe Tettnang, wo ich mir das Hopfenmuseum anschauen werde. Von dort plane ich dem Bodensee-Donau-Radweg, der D6, D9, dem Radweg Liebliches Taubertal und schließlich der D5 zu folgen. Wie weit ich komme kann ich beim besten Willen nicht sagen, wenn alles “ideal” läuft und ich täglich knapp 100km strample, dann komme ich wohl bis Miltenberg. Aber ob ich nach dem Bodensee Marathon überhaupt noch 6 weitere Tage im Sattel durchhalten werde? Keine Ahnung. Als Exit-Strategie habe ich meine BahnCard dabei, damit ich sicher irgendwie wieder nach Hause komme.

Im Moment plagen mich auch praktischere Themen, wie die Packliste, dass ich nichts vergesse und auf der Tour auf einmal ohne Klamotten dastehe, oder noch schlimmer, ohne Koffein.

Immerhin mein Garmin habe ich schon mit den Karten der Regionen getankt, die ich durchqueren werde (plus großzügige Zugaben). Diesmal verwende ich die von garmin.openstreetmap.nl gerendeten Karten (mit dem openFietsmap-Style).Die Karten enthalten Informationen zu den Radwegen und sind routingfähig, was ich aber vermutlich nicht brauchen werde.

Tag 0 – Die letzten Vorbereitungen

Das Fahrrad ist soweit für die Radtour umgebaut, der Zzing ist angeschraubt, das schwere Schloß abgebaut und der Flaschenhalter montiert. Aber trotzdem habe ich noch immer das ungute Gefühl das ich morgen Mittag noch kurzfristig in den ultimativen Streß geraten werde. Geplant ist ja früh Feierabend zu machen und dann gleich mit den Rädern zu starten. Aber bis dahin muß halt der ganze Kram der mit soll, noch auf’s Rad verfrachtet werden. Die meisten Sache für die Reise sind zu mindestens schon gewaschen und / oder heraus gelegt, aber irgendwie habe ich immer noch das beklemmende Gefühl, daß ich etwas elementares vergessen habe. Mein Packliste ist zwar schon wieder länger als mir lieb ist, aber das ist sie halt immer.

Gut, das wichtigste, mein Zelt, die Isomatte und den Schlafsack habe ich schon für die Reise fertig verpackt. Also zu mindestens ein Plätzchen zum Schlafen habe ich ;) Okay, ich könnte noch das RackPack stehen lassen, aber ich halte es doch für unwahrscheinlich ;)